Road Trip 2011

Road Trip 2011

Im Sommer dieses Jahres, planten Kuba, Robert, Tim und ich einen gemeinsamen Urlaub. Wir sind zum Entschluss gekommen, dass wir einen grünen Bus von Kuba nehmen. Wir haben ihn innen etwas aufbereiten um mit ihm die Reise anzutreten. Jedoch hat der Bus nur Platz für drei Personen gehabt. Da wir zu 4. waren, musste sich einer hinten auf dem Sofa breit machen. So legten wir ca. 4000km zurück. Das hat dem Trip, noch einen kleinen Reiz gegeben, da man immer schauen musste nicht in eine Verkehrskontrolle zu geraten. Der Plan war es, von Hamburg runter bis nach Frankreich zu fahren und von Frankreich weiter nach Barcelona. Von Barcelona, war ein Flug gebucht, der uns auf Mallorca brachte, wo Kuba ein Boot im Hafen liegen hat. Nach fünf Tagen auf Mallorca traten wir den Rückflug nach Barcelona an. Dort verbrachten wir zwei Tage in Barcelona. Danach machten wir uns auf die Heimreise.

Rastplatzsuche

Wir haben viel erlebt, spontane Zwischenstops waren keine Seltenheit. Die Rastplatzsuche für den Bus gestaltete sich jeden Abend als eine kleines Abenteuer. Am ersten Abend, sind wir erschöpft und ausgepowert in einem kleinen Ort in Frankreich, nahe der Grenze angekommen. Nach langem herumfahren auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz, fanden wir einen etwas »belebten« (mehr als die anderen zumindest) Parkplatz, dort hielten wir. Plötzlich hörten wir Gelächter und Männerstimmen in unmittelbarer Nähe, nach kurzem Erkunden stellte sich heraus, dass wir auf dem Parklatz eines französischen Bordells geparkt hatten …. Tapfer haben wir weitergesucht und letztendlich einen guten Parkplatz gefunden, als sich alle schon in den Schlafsäcken eingewickelt zum schlafen gelegt haben, ertönte ein lautes Rauschen, wir haben direkt am Bahnhofsparkplatz geparkt vor befahrenen Bahnschienen. Letztendlich blieben wir dort und haben die Nacht im Bus, auf diesem Parkplatz verbracht.

Schlafen im Bus - Die erste NachtSchlafen im Bus - Erstes Aufwachen

Nimez – Palavas
Auf der Weiterfahrt hielten wir an einem kleinen französischen Ort namens »Nimez«. Dort haben wir gegessen und uns etwas erholt. Der Ort hatte einen spanischen Flair. Weiter ging es, kurz daraufhin hielten wir nochmals an einem Ort namens »Palavas«, wir sind mehr oder weniger der Nase gefolgt, da man das Meer riechen konnte, mit jedem Kilometer den wir näher kamen. Dort sind wir dem Meer das erste mal begegnet. Nach kurzem baden, Flunkyball spielen und duschen, fuhren wir weiter, jedoch merkten wir uns den Ort, da er sich für einen Aufenthalt sehr gut eignete, nicht zuletzt wegen dem französischen Charme und der Duschen am Strand.

Barcelona
Wir kamen spätabends in Barcelona an und suchten erstmal einen Parkplatz, auf dem wir das Auto, den kompletten Mallorca-Aufenthalt lang, stehen lassen konnten (fünf Tage). Nach langem Suchen, in der Innenstadt, haben wir es letztendlich aufgegeben und haben erstmal temporär an einem Parkautomaten auf der Straße geparkt. Die restlichen fünf Stunden zum Flug haben wir überbrückt, indem wir das Nachtleben Barcelonas erkundeten. Wir waren alle zum ersten mal in Barcelona und waren hin und weg gerissen. Es war mitten in der Woche und Nachts auf den Straßen war es so lebendig wie bei uns am heiligsten Tag. Es war kein Nachtleben wie man es aus Hamburg kennt, sprich feierwütige junge Leute, sondern eine sehr breit gefächerte Masse. Jung und alt, Familien, Freunde, Pärchen … etc. Es wurde einem an jeder Ecke kühles Bier für einen Euro von meistens indischen Bewohnern Angeboten. Ca. einer von fünf Bierverkäufern, flüsterte nach dem Bierangebot: »Coke, Hashish, Marihuana, Crack?«. Es war nichts besonderes wenn Leute öffentlich einen Joint rauchten. Kinder fuhren Motorroller und hatten meistens noch jüngere Kinder hinten drauf. Letztendlich haben wir am Flughafenparkplatz geparkt und sind direkt von dort früh am morgen nach Mallorca geflogen.


Mallorca

Morgens kamen wir auf Mallorca an, die sehr unruhige Landung im Flugzeug weckte uns alle zur richtigen Zeit. Wir nahmen ein Taxi und fuhren zum 20km entfernten Yachthafen. Dort hat sich jeder ein Schlafplatz gesucht und wir erholten uns von dem anstrengenden Vortag.
Mallorca war auf dem ersten Blick ein Strand mit lauter feiernden Menschen. Der Großteil davon kam aus Deutschland, schon Vormittags füllten sich die Strände mit jungen Menschen. Häufig auch mit großen Sangria-Eimern und langen Strohhalmen. Mir persönlich kam es so vor, als wenn der Sinn von solchen Urlaubern ist, sich so früh wie möglich zu betrinken um das Partyleben, was sie in der Heimat höchstens zweimal die Woche haben können, 24/7 während des Urlaubs zu haben. Mit der Entfernung und er »Anonymität« sind auch die letzten Hemmschwellen der Urlauber gesunken. Es war keine Seltenheit, Menschen am Strand zu begegnen, die sich gerade kennen gelernt haben, aber schon halb ausgezogen waren und wie wild übereinander hergefallen sind. Vielleicht lag es auch daran, dass der Yachthafen sehr Nahe am Ballermann gelegen war.
Jenseits des Mainstreams hat Mallorca sehr viele schöne Seiten, verlassene Klippen, klares Wasser, lange Pfade entlang der Klippen und Gebiete in denen sich schöne kleine spanische Bars befinden mit Livemusik von der spanischen Gitarre.
So gingen die Tage auf Mallorca dahin, wir waren schnorcheln, sind mit dem Boot rausgefahren, sind von Klippen gesprungen, haben uns einen Sonnenbrand geholt, haben verlassene Inseln erkundet und Berge bestiegen. So manche guten Gespräche an den Klippen haben sich bei Sonnenuntergang ergeben. Die Tage auf Mallorca gingen herum und wir sind zurück nach Barcelona geflogen.

Klippensprung eines Touristen auf MallorcaKapitän Kuba gibt den Kurs an

Barcelona II
Zurück in Barcelona, waren alle irgendwie ganz froh weg von der Insel zu sein. Es gab ja schließlich noch die Metropole die es zu erkunden galt. Zurück zum Bus, 100€ Parkgebühren für fünf Tage. Alle waren glücklich den grünen Bus zu sehen, weg vom sicheren Heim zu sein (Boot) und sich wieder ins ungewisse Abenteuer zu stürzen (Bus). Nach langem Suchen, hatten wir sehr viel Glück bei der Rastplatzsuche, nach einigen außerhalb gelegenen kostenpflichtigen Rastplätzen, die wir aufgesucht haben, haben wir den perfekte Rastplatz gefunden. Direkt am Strand, hinter dem »W« Hotel. Es haben auch andere Wohnmobile und Autos dort geparkt, also fühlten wir uns sicher dort. Es war an einem Hafen, der mit Kameras bewacht wurde, und es war kostenlos, besser ging es nicht!
Wir gingen zum Strand der zu Fuß vielleicht fünf Minuten entfernt war. Schon wieder waren alle im Barcelona-Fieber, ich hatte vorher noch nie eine so multikulturelle Stadt gesehen. Es war so lebendig, jung, sportlich, klassisch, modern, geschmackvoll … .Es kam einen so vor, als wenn die Leute dort lebten, ein krasser Gegensatz zu dem norddeutschen Hamburg. Keine Frage ich liebe mein Hamburg. Verglichen mit Barcelona jedoch, kommen die Menschen hier einem so vor, als wenn sie von Arbeit und von Stress getrieben wären. Vielleicht mag es das Wetter sein, oder das Temperament, dass die Leute dort unterscheidet, ich weiß es nicht genau, ich weiß nur, dass ich mich dort sehr wohl gefühlt habe.
Das »W« Hotel, hat sich sehr gut zum morgendlichen Frischmachen und Klogang geeignet, es kam auch vor, dass uns beim herausgehen von Mitarbeitern des Hotels, Taxen angeboten wurden, da sie dachten, wir wären Hotelbesucher. Aus Neugier fragte ich am Empfang wie die Preise des Hotels sind. Es ging bei 300€ los, wer mehr übrig hatte konnte sich oben im 300 Quadratmeter großem Penthouse um 10.000€ die Nacht ärmer machen.
Barcelona ist auch aus künstlerischer Sicht sehr schön gewesen. Alles war durchgestylt. Was mir persönlich aufgefallen ist, war das Feingefühl für Typografie. Man hatte den Eindruck, dass überall gut damit umgegangen wurde.
Die Tage in Barcelona waren für mich persönlich, das Highlight des Trips, ich habe eine Stadt entdeckt mit der ich mich gut identifizieren kann, um ehrlich zu sein, dachte ich auch kurzzeitig dran, dort zu leben, aber zurzeit bin ich rundum glücklich in Hamburg. Wer weiß was die ferne Zukunft bringt. Ich versuche mir aber vorzunehmen, das eine oder andere lange Wochenende dort zu verbringen. Das nächste mal mit Skateboard, ich habe mich an jeder Ecke geärgert, dass ich meins hab zuhause stehen lassen. Die Stadt ist zum skaten gebaut! Nicht umsonst das »Skatemekka« genannt. Einige Orte habe ich aus Ami-Skatevideos wiedererkannt.

Barcelona - Innenstadt

Unser zentraler Rastplatz in Barcelona direkt beim »W« Hotel

Wir kurz vorm weg gehen in Barcelona

Der Strand von Barcelona an einem normalen Wochentag, in der Mittagszeit.

Palavas II
Das Ziel auf unserer Rückreise war »Palavas« die Stadt, die wir auf der Hinreise kurz besucht hatten. Dort angekommen, gingen wir an die Promenade, die voll mit Menschen war. Eine kleine sehr charmante Stadt, mit engen Gassen, feinen Bistros und schönen Restaurants, wie man sich so eine französische Stadt halt vorstellt. Leider wurden auch andere Klischees bestätigt, wie die des nicht englisch sprechenden Franzosen. Den unfreundlichen Franzosen lasse ich an dieser Stelle mal weg, da uns auf dem Rastplatz von einem geholfen wurde, dass Auto anzuschieben, deswegen gleicht sich die Unfreundlichkeit, die wir immer mal wieder erlebt haben aus.
Ich hatte den Eindruck, die Franzosen sind richtige Genießer, weniger Statussymbole haben dort Priorität, sondern eher der Lebensstil an sich. Kleine Bistros waren überfüllt mit Pärchen die sich, feinen Wein und dazu ein edles Stück Käse gönnten. Viele Restaurants haben exotische Meeresfrüchte angeboten zu stolzen Preisen. Diese Detailverliebten Genießer, legen mehr Wert auf solche Dinge, als auf Materialistische Statussymbole.

Die Promenade von Palavalas

Stuttgart
Am nächsten morgen sind wir früh losgefahren, da wir eine lange Strecke vor uns hatten. Wir fuhren durch bis wir Nachmittags/Abends in Stuttgart ankamen. Schon an der Grenze wurden alle Handys angemacht und man fühlte sich wieder verbunden mit der Außenwelt, da alle wieder Internetempfang hatten. Man fühlte sich schon zuhause in Deutschland. Man beherrschte die Sprache perfekt, man musste nicht mehr ganz so drauf achten, nicht über das Ohr gehauen zu werden. Man war ein Stück daheim, obwohl uns immer noch 800km von zuhause trennten. Wir haben in einem typisch schwäbischen Restaurant zu Abend gegessen. Das war die beste Mahlzeit in diesem Trip, richtig gute Hausmannskost. Es war gut, dass wir Kraft getankt hatten, die haben wir gebraucht …. Der Bus ist nicht mehr angesprungen. Nach langem hin und her stellte sich heraus, dass wir ihn anschieben mussten. Nach langem anschieben waren wir am Ende unserer Kräfte, der Bus durfte nicht weniger als 1000 Umdrehungen haben, sonst ist er uns abgesoffen. Im langsam fahrenden Bus haben wir Tim rausgelassen, da er in Stuttgart geblieben ist, bei seiner Freundin. Weiter ging es, schiefe Blicke ernteten wir, als an der roten Ampel stetig Gas gegeben wurde um nicht unter 1000 Umdrehungen zu kommen. Es wurde der Eindruck erweckt, dass wir Rennen fahren möchte, mit einem Bus, in einer Stadt in der es nicht selten ist, dass man einen AMG neben sich stehen hat. Auf der Autobahn angekommen wechselten wir im fahrenden Bus die Fahrer. Bis wir nach einer Stunde auf einem Autobahnrastplatz genächtigt haben.

Eine Panne mitten auf der Straße in StuttgartMein Schlafplatz auf dem Rasthof

Rückfahrt
Vielleicht wundert ihr euch, warum der es noch einen Subtitel für Rückfahrt gibt, da jetzt eigentlich nichts mehr großes kommen wird …. Dem ist leider nicht so. Früh am morgen sind wir auf dem Autobahnrastplatz aufgestanden. Wir haben das Auto wieder durch anschieben anbekommen. Nach ca. halber Strecke, hielten wir um das blaue Sofa und die Matratze unordnungsgemäß an einem Rastplatz auszusetzen. Nach wiederholtem Anschieben, ging die Fahrt weiter. Wir näherten  uns der Heimat. In Hamburg angekommen, fing es an leicht zu Nieseln, ganz in der Nähe vom Zuhause, von Robert und mir, ging der Bus aus. Mitten auf der Straße. Wir haben auf einen guten Zeitpunkt gewartet, sodass die Straße leer ist und wir den Bus anschieben konnten. Keine Chance. Stetig kamen Autos und langsam haben wir eingesehen, dass es dieses letzte mal so kurz vor dem Ziel keinen Sinn hat. Wir haben den Bus auf einen Parkplatz geschoben, dort haben wir überlegt wie wir vorgehen. Nach langem Überlegen, entschieden wir uns für den ADAC, der hat nach erstem Prüfen Vorort, entschieden, dass ein Abschlepper kommen muss. Der ließ auf sich warten. Robert, ging inzwischen nachhause, welches man in zehn Fußminuten erreichen konnte. Kuba und ich blieben übrig, da ich sowieso, zu meiner Familie/Freundin wollte, die bei ihm im Ort wohnten. Der Abschleppdienst war endlich da und wir wurden die letzten 30km nachhause gefahren. Der Fahrer des Abschleppwagens, war ein sehr geselliger und gesprächiger Mann, die Fahrt verging wie im Flug. Wir tauschten uns aus und er erzählte viel von sich. Kuba und ich, bewunderten seine positive Lebenseinstellung, trotz vieler Rückschläge. Auf den zweiten Blick gesehen, hätte das Ende der Reise nicht besser sein können.

Ordnungsgemäße Entsorgung des Sofas auf dem Rastplatz

Danke an meine Freunde

 

 

 

Danke an meine Freunde und allen Leuten die diesen Trip möglich und so einzigartig gemacht haben.

 

 

 

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