Selbstgebautes Bücherregal

Selbstgebautes Bücherregal

Letztes Jahr bin ich in meine erste eigene Wohnung gezogen. Komplette Einrichtungsfreiheit also, mit der man Anfangs auch leicht überfordert sein kann. Ich wollte schon immer ein schönes Bücherregal für mein Wohnzimmer haben. Nach einigem Gestöber On- und Offline hat mir das String Regal sehr zugesagt. Meine Euphorie legte sich aber schnell wieder als ich den Preis für das von mir selbst zusammengestellte Regal gesehen habe (über 2000€). Mein Regal aus Apfelkisten diente in den ersten Wochen als Provisorium. Nach treuen Diensten des Apfelkistenregals, musste aber was neues her, zumal ich mich unter anderem auch dran satt gesehen hatte. Kurz daraufhin beschloss ich selbst ein Regal zu bauen aus Winkeln und Holzplatten vom Baumarkt.

Planung und Abmessung

Zunächst einmal habe ich Abmessungen des zukünftigen Regal-Spots genommen.

Skizze meines Regals
Skizze meines Regals: Grobe Abmessungen und geplante zentrierte Aussparung

Meine Tür inklusive Türrahmen ist 2 Meter hoch. Vom Türrahmen bis zur rechten Wandkante habe ich 1,80 Meter gemessen. Ich wollte kein durchgehendes Regal haben um das ganze etwas aufzulockern. Da ich ein Freund von zentrierter Ausrichtung bin, habe ich eine Aussparung in der Mitte des Regals skizziert. Der Gedanke dahinter war diese mit einer großen Statue, welche östliche Philosophie verkörpert, auszufüllen. Bisher wird die Aussparung von keiner Statue bewohnt, sondern von Pflanzen.Diese machen sich auch sehr gut.
Wenn man keine Idee für eine persönliche Note des Bücherregals haben sollte kann man sich sehr gut bei Pinterest inspirieren lassen. Man sollte auch nicht zu viel Zeit damit verschwenden, was »besonderes« bauen zu wollen, sogar ein konventionelles Bücherregal bekommt eine persönliche Note, spätestens nach dem einräumen der Bücher und anderer Gegenstände.

Materialbeschaffung im Baumarkt

Wenn die Planung gemacht ist und Maße genommen wurden, folgt der Baumarktbesuch. Hier ein paar Sätze zu benötigten Materialien. Unten gibts nochmal eine Auflistung meines tatsächlichen Einkaufs.

Holz

Das Herzstück eines Bücherregals ist das Holz für das man sich entscheidet. Je nach Holzart kann man das Erscheinungsbild und vor allem die Hochwertigkeit des Regals bestimmen. Ich habe mich für dunkle Akazie entschieden, die geölt und vorgeschliffen ist. Die Maße dafür waren: 150(stärke)x300(breite)x2000(länge)mm. Wenn passende Holzplatten gefunden hat, kann man sie sich nach belieben umsonst zurechtschneiden lassen. Diesen Dienst habe ich bei meinen fünf Holzplatten in Anspruch genommen und diese auf jeweils 1,80m beschneiden lassen, bis auf eine. Die letzte Platte wurde auf zwei kleine Platten geschnitten die jeweils eine länge von 60cm aufweisen (Aussparung von 60cm in der mitte) Der Mitarbeiter des Baumarkts hat mir auf mein Vorhaben geantwortet, das man bei diesem Holz Gefahr läuft, dass die Bücher sich nach einer Weile mit dem Öl des Holzes vollsaugen. Nichtsdestotrotz blieb ich bei meiner Wahl. Wenn ich jetzt, nach einem guten halben Jahr auf meine Bücher schaue, zeigt sich das mein gesundes Maß an Rebellentum sich ausbezahlt gemacht hat und die Bücher nach wie vor unversehrt sind. Wenn dem nicht so wäre, hätte ich kein Problem mit dem Geruch von Büchern, gewürzt mit Holzöl und den daraus resultierenden leicht gebogenen Enden der Seiten.

Wandschienen

Die Höhe des Bücherregals wird von der Höhe der Wandschienen bestimmt. Mir persönlich war es wichtig, dass die Wandschienen nicht oben aus dem Regal herausragen. Das bewirkt ein leicht »schwebenden« Eindruck beim ersten Blick. Des Weiteren gilt es noch zu beachten wie breit das Regal werden soll, daraus kann man schließen wie viele Schienen benötigt werden. Bei meinem 1,80m breiten Regal hätten eigentlich auch drei Schienen gereicht, jedoch hätte ich dann die Aussparung nicht umsetzen können. Deswegen habe ich mich für vier Schienen entschieden. Diese sind jeweils 2m lang. Diese schließen mit der Oberkante des Türrahmens ab. Man sollte sich nicht von den Verfügbaren längen der Schienen beirren lassen, da diese sich ohne weiteres verkürzen lassen.
Im allgemeinen bin ich ein Freund davon dass sich Dinge in einen Raum integrieren. Besonders bei Räumen die eine überschaubare Größe haben ist das ein guter Spagat zwischen Ästhetik und dem Ausnutzen des Platzes. Wenn man jedoch einen großen Raum zur Verfügung hat, können Möbel ihre eigenen Fläche einnehmen und Luft drumherum haben um zu wirken

Einlochträgerwinkel

Bei den Winkel gab es drei Farben zur Auswahl: weiß, schwarz und grau. Schwarz war meine Wahl, da die Holzauswahl auch recht dunkel ausgefallen ist. Bei silber läuft man Gefahr, dass das Regal den Charakter eines Schwerlastregals im Hobbykeller von einem Hobbyhandwerker annimmt (Es sei denn man möchte ein Regal für seinen Hobbykeller bauen weil man Hobbyhandwerker ist). Neben der Farbauswahl gilt es natürlich zu beachten, dass die Winkeltiefe zu der Bretttiefe passt.

Kosten

Um ehrlich zu sein habe ich keinen Belege meines Einkaufs mehr. Das Regal ist ein gutes halbes Jahr älter als der Blogbeitrag. Ich habe unten aber aufgelistet welche Materialien ich gekauft habe und die jeweiligen Produkte verlinkt. Ich persönlich bevorzuge bei solchen Vorhaben den Einkauf im Baumarkt vorort:

ProduktEinzelpreisMengeSumme
Leimholzplatte Akazie (150x300x2000mm)28,00€5140,00€
Wandschienen Schwarz (200cm)14,00€456,00€
Einlochträgerwinkel (30cm)1,00€1616,00€
Dübel und Schrauben (8mm)5,49€210,98€
Gesamtpreis222,98€

Zusammenbau

Der ganze Zusammenbau ist eigentlich recht selbsterklärend. Meine Handwerker-Skills sind nicht überdurchschnittlich und ich habe ohne große Probleme das Regal zusammenbauen können.
An dieser Stelle möchte ich meiner großen Schwester danken, die mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat beim Einkauf und Aufbau des Regals. Danke Lawa.

 

Da ich in einer Altbauwohnung lebe habe ich 6mm Bohraufsätze benutzt für meine 8mm Dübel. Das gewährleistet einen festen halt der Dübel. Pro 2m hoher Wandschiene habe ich ca. sechs schrauben verbohrt, davon war nicht immer jede schraube so fest wie ich es mir gewünscht habe. Ich habe aber drauf geachtet das mindestens vier schrauben pro Schiene sehr fest sind. Nachdem die Schienen fest an der Wand verbohrt waren kam der Part der Spaß macht: Das zusammenstecken des Regals. Die Winkel wurden nach Skizze angebracht, dann habe ich die Holzplatten in die Winkel gesteckt. Das schöne hierbei ist, dass das Gewicht des Regals den Platten Festigkeit gibt und die Platten keinerlei Befestigung durch schrauben oder sonstiges benötigen. Je nach Konzept des Regals kann man die Platten auch immer wieder umstecken.

finished
Eingeräumtes Bücherregal kurz nach Aufbau

 

Fazit

Das Bücherregal zeigt mal wieder, dass preiswerte Alternativen und schönes Intereur sich grundsätzlich nicht ausschließen müssen. Mittlerweile habe ich drei Spotleuchten auf dem obersten Brett angebracht, welche gemütliches Licht machen und das Regal abends schön in Szene setzen.

Beim Einkauf im Baumarkt sind mir weitere Ideen für eigene Einrichtungselemente gekommen. Man kann sich inspirieren lassen und Dinge selbst bauen, eine persönliche Note ist garantiert – ob man möchte oder nicht. Eine Befriedigung / Zufriedenheit stellt sich ein nachdem man so ein Projekt umgesetzt hat. Gerade wenn der Großteil des Schaffens normalerweise »Bildschirmarbeit« ist, freut man sich umso mehr wenn aus einem Projekt ein physisches Produkt resultiert, welches man anfassen, riechen und sehen kann.

Hast Du jetzt auch Lust bekommen ein Regal zu bauen? Wenn ja, bin ich neugierig auf Dein Ergebnis und würde mich freuen wenn Du es mir zeigst.

Side Note: Für die Zukunft nehme ich mir vor regelmäßiger Beiträge zu posten. Dieses mal wirklich. Wenn Ihr Anregungen habt für neue Beiträge, immer her damit!

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